Schwäbischer Literaturpreis, 30.6.2010

März 4, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Schwäbischer Literaturpreis 2011

Die Förderung der Literatur nimmt seit Beginn der Kulturarbeit des Bezirks Schwaben einen besonderen Stellenwert ein. In diesem Rahmen verleiht der Bezirk Schwaben seit dem Jahr 2005 den Schwäbischen Literaturpreis. Für das Jahr 2010 wird der Literaturpreis für einen unveröffentlichten Prosatext zum Thema Fluss ausgeschrieben.

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Million $ durch ebook Selbstverlag

März 3, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Nach diesem Artikel auf spiegel.de blieb mir kurz die Spucke weg:

Verleg‘ Dich selbst – und mach‘  Millionen!

Nach den Ausführungen von Frank Patalong scheffelt die 26-jährigen Amanda Hocking Millionen – mit so ganz nebenbei geschriebenen Romanen, veröffentlicht im Selbstverlag. Im Internet. Vampire und Mystery. Ist wohl wie mit McDonalds oder GZSZ oder der BILD. Keiner isst’s, sieht’s oder liest’s und trotzdem sind sie höchst erfolgreich.

Literaturagenten fanden keinen Verlag für die junge Autorin, so nahm sie die Sache selbst in die Hand und veröffentlichte ihre Werke als ebook. Die Entstehungsdauer eines Werks von zwei Wochen mutet mir sonderbar an und lässt, wenn man weiß wie aufwändig alleine die Überarbeitung von 100 geschriebenen Seiten sein kann, auf die Qualität rückschließen. Und doch: Seit März 2010 hat Hocking nunmehr acht ihrer Romane auf diesem Weg des Selbstverlags veröffentlicht, im Dezember 2010 alleine über 100.000 Downloads verkauft.

Als Konsument sind Ebooks für mich keine Alternative zu richtigen Büchern, ich brauche die Haptik, den Geruch. Starre ohnehin lange genug auf Bildschirme, da ist mir das Papier wichtig. Hinzu kommt der Punkt Selbstverlag im kommerziellen Belletristikbereich: Wenn mir im Verlauf von acht Jahren (wie in Hockings Fall) sämtliche Verlage eine Absage erteilen, dann wäre es an der Zeit sich zu fragen warum das so ist: in einer Zeit in der exakt dieses Genre boomt, müsste doch beim geringsten Unterhaltungswert ein freundlicher Verleger dabei sein. Wenn nicht, läuft was falsch mit meiner Arbeit. Vanity.

Erklärung für diesen Erfolg könnte z.B. das junge, nicht zahlungskräftige Publikum dieser Vampirromane sein.  Mal eben 2,97 Dollar sind natürlich erschwinglicher als ein Buch im Handel, bequem ist das runterladen auch, hipper ohnehin.

Vampire. Ich glaub’s wohl …

„Ich glaub es hackt“ – Eine heldenhafte Absage von Wir sind Helden an die BILD! (via Twitgeridoo!)

März 3, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Das tut so gut!

Da die Homepage von Wir sind Helden gerade ein wenig überlastet zu sein scheint, hier die grandiose Antwort von Judith Holofernes auf eine Anfrage der Werbeagentur Jung von Matt, im Auftrag der BILD-"Zeitung" (oder wie man dieses miese Drecksblatt auch immer nennen möchte) – für alle, die gerade nicht drauf zugreifen können: DIE ANFRAGE Sehr geehrte Damen und Herren, wir sind als Werbeagentur mit der aktuellen BILD-Kampagne betraut, in der wir ho … Read More

via Twitgeridoo!

Supermarktanimosität III

März 3, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Das Teigkollektiv

Maybe this is the collective’s new strategy –
they don’t assimilate any more,
they just show up and look helpless!
(B’Elanna Torres)

*

Meine Kollegin behauptet immer ich erwarte zuviel und ich solle es nicht so persönlich nehmen, wenn man mich nicht behandelt wie die Königin von Saba. Ich nehme es auch keineswegs persönlich, dass man mich in der Bäckerei meiner Wahl (schon wieder die Lindwurmstrasse) nach mehr als drei Jahren täglichen Einkaufs nicht erkennt. Kein bisschen. Die Möglichkeit, dass ich jeder einzelnen der mittlerweile zwölf oder dreizehn Verkäuferin einfach unsympathisch bin, sollte ich dennoch nicht ausschließen. Mir falsche Dinge in die Tüte zu packen, könnte demnach Absicht sein. Pure Bosheit.Ich vermute aber eher, dass sie mich so gedankenleer anstarren und niemals mehr mein verschlafenes Gesicht mit einer Breze mit wenig Salz verknüpfen werden, weil sie assimiliert wurden. Von einer fremden Macht, wenn nicht sogar von zweien. Alternativen wären schlechtes Betriebsklima oder der schlechte Abzug giftiger Laugendämpfe.

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Supermarktanimosität II

März 3, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Bio-Autismus

„…Bananen. Drei Stück. Du kannst den Korb nehmen, der im Flur steht.“

Wenn ich mit doppelt gebrochenem Wadenbein danieder läge, wäre ich auch dankbar, wenn eine Freundin für mich einkaufen ginge. Nur: mussten es unbedingt dieser stadtbekannte Hardcore-Bio-Laden und ein Weidenkorb sein?
Britta reichte mir den Einkaufszettel, den sie mir zur Sicherheit nochmal vorgelesen hatte – wer wüsste schon, welche Assoziationen ich im Laden bei „unreife Banane“ bekommen würde.

„Lass Dich nicht erwischen, dass Du irgendwas davon im Obstladen holst! Wenn Du was nicht findest, frag Sissi, die Inhaberin. Die ist etwas schrill, aber kompetent“, lautete Brittas letzte Anordnung.

Ein geflochtener Weidenkorb, aus dem frech das Suppengrün wippt, vermittelt mir immer den Eindruck von Reife und einem geordneten, strukturierten Leben. In meinen Weidenkorb, den mir meine strukturierte Mutter vor Urzeiten geschenkt hatte, hatte sofort meine Katze gepinkelt. Ein geordnetes Leben kam ihr nicht ins Haus.

Ich warf einen Blick auf den Einkaufszettel, mit den mir fremden Wörtern und fragte mich, woher Britta wusste, was ‚Quinoa‘ ist und vor allem, was man damit anstellte.

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Supermarktanimosität I

März 3, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Die Kartoffelinnovation

Ich zahle meist mit EC-Karte. Im Supermarkt, beim Kaffeehändler meines Vertrauens, im Schuhladen. Und immer öfter werde ich nach dem Bezahlen mit meinem Namen angesprochen.

“Vielen Dank, Frau Doe.”

Beim ersten Mal hab ich wohl ein dämliches Gesicht gemacht, bis mir jemand die Kerze im Kopf anzündete: die Kassiererin hatte den Namen von meiner EC-Karte abgelesen. Und das passt mir nicht. Gar nicht.

Im Supermarkt könnte man mich als Stoffel bezeichnen. Finde Lebensmittel einkaufen langweilig und ermüdend und wünsche, den Laden auf schnellstem Wege wieder zu verlassen. Ich will auch nicht wie ein König behandelt werden, sondern wie eine Kundin, die das Recht darauf hat – nach einem mehr oder weniger anstrengenden Tag – stoffelig sein zu dürfen. Wenn man aber ausnehmend freundlich zu mir ist, dann muss ich schließlich auch mehr als das Mindestmaß an Kommunikation liefern. Es reicht nicht mehr, sich um die schönste Erdbeere zu streiten, nein:
man muss lächeln, vielleicht dankend nicken. ‘Danke’ und ‘Ja, Ihnen auch ein schönes Wochenende’ sagen.

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Blutliniengeblubber

März 2, 2011 § Ein Kommentar

Vorausschicken muss ich, dass sich Schmöker dieser Art nur selten zu mir verirren. Dieser Roman war Teil eines ebay-Buchpakets, den ich gnädig mit in Kauf genommen habe, ja, für 30 Cent war ich sogar leidlich interessiert; dicke Schmöker für die lange Liegezeit. Obwohl ich Thema und Aufmachung auch schon im Vorfeld mit Dan Brown assoziierte.

Ich beginne mit dem Klappentext, werde mir für diesen Fall nicht die Mühe machen selbst nachzudenken und mich auf meine subjektive Meinung beschränken, aufs Kopfschütteln.

Das Magdalena Evangelium von Kathleen McGowan

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